Pflege zu Hause organisieren: Schritt für Schritt
Oft kommt es plötzlich: Ein Sturz, ein Spitalsaufenthalt, eine Diagnose – und auf einmal steht fest, dass Mutter, Vater oder Partner:in Unterstützung braucht. Die gute Nachricht: Pflege zu Hause lässt sich in Österreich gut organisieren, wenn man die Schritte kennt. Diese Anleitung führt Sie der Reihe nach durch.
Schritt 1: Ruhe bewahren und den Bedarf ehrlich einschätzen
Bevor Sie Anbieter kontaktieren, verschaffen Sie sich ein Bild: Wobei genau braucht die betroffene Person Unterstützung? Hilfreiche Fragen:
- Körperpflege: Duschen, Anziehen, Toilettengang – geht das noch allein?
- Medikamente: Werden sie zuverlässig und richtig eingenommen?
- Medizinisches: Gibt es Wunden, Verbände, Injektionen, die versorgt werden müssen?
- Alltag: Einkaufen, Kochen, Haushalt, Wege außer Haus?
- Sicherheit: Besteht Sturzgefahr? Ist Alleinsein tagsüber/nachts vertretbar?
Je konkreter Ihre Antworten, desto leichter fällt später die Auswahl der passenden Unterstützung – von stundenweiser Hauskrankenpflege bis zur täglichen Betreuung.
Schritt 2: Pflegegeld beantragen
In Österreich gibt es das Pflegegeld als Zuschuss zu pflegebedingten Mehrkosten – unabhängig von Einkommen und Vermögen, in sieben Stufen je nach Pflegebedarf. Der Antrag wird beim zuständigen Pensionsversicherungsträger gestellt (für die meisten: Pensionsversicherungsanstalt, PVA). Details und Formulare finden Sie auf oesterreich.gv.at. Mehr dazu in unserem Ratgeber Pflegegeld in Österreich.
Schritt 3: Die passende Form der Pflege wählen
Für die Pflege zu Hause gibt es je nach Bedarf verschiedene Modelle:
- Mobile Pflege / Hauskrankenpflege: Eine qualifizierte Pflegekraft kommt regelmäßig ins Haus – z. B. für Körperpflege, Medikamente, Verbandwechsel oder Kontrolle der Vitalwerte. Ideal, wenn kein Rund-um-die-Uhr-Bedarf besteht.
- 24-Stunden-Betreuung: Betreuungskräfte wohnen im Haushalt – sinnvoll bei hohem, dauerhaftem Betreuungsbedarf.
- Kombination mit Angehörigenpflege: Viele Familien übernehmen selbst einen Teil und holen sich für fachliche Tätigkeiten mobile Pflege dazu.
Für die meisten Familien im Raum Mödling, Maria Enzersdorf und südliches Wien ist die mobile Pflege der erste und wichtigste Baustein: Sie erhält die gewohnte Umgebung und lässt sich flexibel an den Bedarf anpassen.
Schritt 4: Pflegekraft finden und Erstgespräch führen
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten:
- Qualifikation: Wer kommt ins Haus – und mit welcher Ausbildung?
- Erreichbarkeit: Gibt es eine feste Ansprechperson statt einer Hotline?
- Transparenz: Werden Kosten und Leistungen vor Beginn klar vereinbart?
- Chemie: Passt die Pflegekraft menschlich zur betroffenen Person? Ein unverbindliches Kennenlernen sagt mehr als jede Broschüre.
Bei Pflegehafen starten Sie mit einer kostenlosen, unverbindlichen Anfrage – wir melden uns innerhalb eines Werktags persönlich und besprechen gemeinsam, welche Unterstützung sinnvoll ist.
Schritt 5: Organisation und Überblick behalten
Sobald die Pflege läuft, hilft Struktur: fixe Termine, dokumentierte Besuche, klare Medikamentenpläne. Bei Pflegehafen sehen Patient:innen und Angehörige auf Wunsch alle Termine und Informationen in einer eigenen App – so wissen alle Beteiligten jederzeit, wann die Pflegekraft kommt und was vereinbart ist.