Entscheidungshilfe · zuletzt geprüft im Juli 2026

Welche Betreuung passt? Entscheidungshilfe in fünf Fragen

Mobile Pflege, 24-Stunden-Betreuung, Tagesbetreuung oder doch ein Pflegeheim – die Entscheidung fällt meist unter Zeitdruck und mit schlechtem Gewissen. Diese Entscheidungshilfe stellt fünf Fragen zur tatsächlichen Situation und nennt danach die Betreuungsform, die am ehesten passt. Sie ist bewusst ehrlich gebaut: Wenn ein Heim die richtige Antwort ist, sagt sie das auch.

Fünf Fragen zur Situation

1. Wie oft wird Hilfe gebraucht?
2. Worum geht es hauptsächlich?
3. Kann die Person allein zu Hause bleiben?
4. Wer ist sonst noch da?
5. Wie ist die Wohnsituation?

Das passt am ehesten

Mobile Pflege

Unverbindliche Orientierung. Diese Entscheidungshilfe ersetzt kein Gespräch. Sie gewichtet fünf typische Faktoren, kennt aber weder die Diagnose noch das Budget noch den Wunsch der betroffenen Person – und der wiegt am schwersten.

Die vier Formen im Vergleich

Form Passt, wenn Wer kommt Ungefährer Aufwand
Mobile Pflege Hilfe zu festen Zeiten genügt Diplomierte Pflegekraft, stundenweise Nach Einsätzen, Pflegegeld deckt oft einen Großteil
Mobile Pflege + Tagesbetreuung Tagsüber Aufsicht fehlt, nachts ist jemand da Pflegekraft daheim, tagsüber Tageszentrum Mittel, Tageszentren werden vom Land bezuschusst
24-Stunden-Betreuung Rund um die Uhr jemand da sein muss Betreuungskraft, lebt mit im Haushalt Hoch, Zuschuss vom Sozialministeriumservice möglich
Pflegeheim Zuhause nicht mehr sicher versorgt werden kann Pflegeteam rund um die Uhr im Haus Hoch, mit Zuzahlung aus Pension und Pflegegeld

Wichtig: Eine 24-Stunden-Betreuungskraft ist in Österreich in der Regel keine diplomierte Pflegekraft. Sie darf betreuen und im Haushalt helfen, medizinische Tätigkeiten wie Wundversorgung oder Injektionen aber nur nach ärztlicher Delegation. Deshalb kombinieren viele Familien beides: eine Betreuungskraft für die Anwesenheit und mobile Pflege für die medizinischen Aufgaben.

Häufige Fragen

Muss ich mich für eine Form entscheiden?
Nein, und die meisten tun es auch nicht. Sehr verbreitet ist die Kombination aus mobiler Pflege für die medizinischen Aufgaben und Betreuung durch Angehörige oder eine Betreuungskraft für den Rest. Auch der Wechsel ist normal: Was heute passt, kann in einem halben Jahr zu wenig sein.
Was ist der Unterschied zwischen Pflege und Betreuung?
Pflege im rechtlichen Sinn umfasst medizinische Tätigkeiten und darf nur von qualifiziertem Personal durchgeführt werden – Wundversorgung, Injektionen, Katheter- und Sondenversorgung etwa durch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen. Betreuung meint Unterstützung im Alltag: Gesellschaft, Haushalt, Begleitung, Anwesenheit. Beides wird oft in einem Atemzug genannt, ist aber rechtlich klar getrennt.
Ab wann ist ein Pflegeheim die bessere Wahl?
Wenn die Versorgung zu Hause auch mit Hilfe nicht mehr sicher ist – etwa bei nächtlicher Weglauftendenz, wiederholten Stürzen ohne Hilfe in Reichweite oder wenn pflegende Angehörige gesundheitlich selbst an der Grenze sind. Ein Heim ist kein Scheitern. Wer zu lange wartet, riskiert einen Notfall, aus dem heraus entschieden werden muss, statt in Ruhe zu wählen.
Was kostet welche Form?
Das hängt stark vom Umfang ab, deshalb nennt diese Seite keine Fixpreise. Wie sich die Kosten zusammensetzen und was das Pflegegeld davon trägt, steht im Ratgeber Was kostet mobile Pflege? Wie hoch das Pflegegeld ausfällt, ermitteln Sie mit dem Pflegegeld-Rechner.

Unsicher, was in Ihrem Fall sinnvoll ist?

Wir sagen Ihnen ehrlich, was wir übernehmen können – und was nicht. Das Erstgespräch kostet nichts und verpflichtet zu nichts.

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