Welche Betreuung passt? Entscheidungshilfe in fünf Fragen
Mobile Pflege, 24-Stunden-Betreuung, Tagesbetreuung oder doch ein Pflegeheim –
die Entscheidung fällt meist unter Zeitdruck und mit schlechtem Gewissen. Diese
Entscheidungshilfe stellt fünf Fragen zur tatsächlichen Situation und nennt
danach die Betreuungsform, die am ehesten passt. Sie ist bewusst ehrlich
gebaut: Wenn ein Heim die richtige Antwort ist, sagt sie das auch.
Fünf Fragen zur Situation
Das passt am ehesten
Mobile Pflege
Unverbindliche Orientierung. Diese Entscheidungshilfe ersetzt
kein Gespräch. Sie gewichtet fünf typische Faktoren, kennt aber weder die
Diagnose noch das Budget noch den Wunsch der betroffenen Person – und der
wiegt am schwersten.
Die vier Formen im Vergleich
Form
Passt, wenn
Wer kommt
Ungefährer Aufwand
Mobile Pflege
Hilfe zu festen Zeiten genügt
Diplomierte Pflegekraft, stundenweise
Nach Einsätzen, Pflegegeld deckt oft einen Großteil
Mobile Pflege + Tagesbetreuung
Tagsüber Aufsicht fehlt, nachts ist jemand da
Pflegekraft daheim, tagsüber Tageszentrum
Mittel, Tageszentren werden vom Land bezuschusst
24-Stunden-Betreuung
Rund um die Uhr jemand da sein muss
Betreuungskraft, lebt mit im Haushalt
Hoch, Zuschuss vom Sozialministeriumservice möglich
Pflegeheim
Zuhause nicht mehr sicher versorgt werden kann
Pflegeteam rund um die Uhr im Haus
Hoch, mit Zuzahlung aus Pension und Pflegegeld
Wichtig: Eine 24-Stunden-Betreuungskraft ist in Österreich in der
Regel keine diplomierte Pflegekraft. Sie darf betreuen und im Haushalt helfen,
medizinische Tätigkeiten wie Wundversorgung oder Injektionen aber nur nach
ärztlicher Delegation. Deshalb kombinieren viele Familien beides: eine
Betreuungskraft für die Anwesenheit und
mobile Pflege für die medizinischen Aufgaben.
Häufige Fragen
Muss ich mich für eine Form entscheiden?
Nein, und die meisten tun es auch nicht. Sehr verbreitet ist die Kombination aus
mobiler Pflege für die medizinischen Aufgaben und Betreuung durch Angehörige oder
eine Betreuungskraft für den Rest. Auch der Wechsel ist normal: Was heute passt,
kann in einem halben Jahr zu wenig sein.
Was ist der Unterschied zwischen Pflege und Betreuung?
Pflege im rechtlichen Sinn umfasst medizinische Tätigkeiten und darf nur von
qualifiziertem Personal durchgeführt werden – Wundversorgung, Injektionen,
Katheter- und Sondenversorgung etwa durch diplomierte Gesundheits- und
Krankenpflegepersonen. Betreuung meint Unterstützung im Alltag: Gesellschaft,
Haushalt, Begleitung, Anwesenheit. Beides wird oft in einem Atemzug genannt,
ist aber rechtlich klar getrennt.
Ab wann ist ein Pflegeheim die bessere Wahl?
Wenn die Versorgung zu Hause auch mit Hilfe nicht mehr sicher ist – etwa bei
nächtlicher Weglauftendenz, wiederholten Stürzen ohne Hilfe in Reichweite oder
wenn pflegende Angehörige gesundheitlich selbst an der Grenze sind. Ein Heim ist
kein Scheitern. Wer zu lange wartet, riskiert einen Notfall, aus dem heraus
entschieden werden muss, statt in Ruhe zu wählen.
Was kostet welche Form?
Das hängt stark vom Umfang ab, deshalb nennt diese Seite keine Fixpreise. Wie
sich die Kosten zusammensetzen und was das Pflegegeld davon trägt, steht im
Ratgeber Was kostet mobile Pflege?
Wie hoch das Pflegegeld ausfällt, ermitteln Sie mit dem
Pflegegeld-Rechner.
Unsicher, was in Ihrem Fall sinnvoll ist?
Wir sagen Ihnen ehrlich, was wir übernehmen können – und was nicht. Das
Erstgespräch kostet nichts und verpflichtet zu nichts.