Niederösterreich

Pflege zu Hause in Niederösterreich

Was mobile Pflege kostet, wie viel das Land übernimmt und worauf Sie bei der Wahl eines Pflegedienstes achten sollten – mit den Tarifen 2026 und der Quelle dazu.

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Mobile Pflegekraft kommt mit dem Auto zum Hausbesuch bei einem älteren Ehepaar in Niederösterreich
Sitz in Maria EnzersdorfBezirk Mödling

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Für Pflege zu Hause gibt es in Niederösterreich drei Wege: die geförderten mobilen Dienste der Trägerorganisationen, private Pflegedienste und die 24-Stunden-Betreuung. Bei den geförderten Diensten trägt das Land den größten Teil der Kosten; Sie zahlen einen Kostenbeitrag, der sich nach Ihrem Einkommen und Ihrem Pflegegeld richtet und nach oben gedeckelt ist. Dazu kommt der NÖ Pflege- und Betreuungsscheck: 1.000 Euro pro Jahr, jährlich neu zu beantragen.

Was mobile Pflege in Niederösterreich kostet

Der Kostenbeitrag für die mobilen Dienste setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einem Einkommensanteil von 1,1 % der Bemessungsgrundlage und einem Pflegegeldanteil, der 2026 bei 8,01 Euro je Einsatzstunde liegt. Bemessungsgrundlage ist das Nettohaushaltseinkommen – also Ihr Einkommen und das der Ehepartnerin oder des Lebensgefährten im selben Haushalt.

Was Sie je Stunde tatsächlich zahlen, hängt außerdem davon ab, wer kommt. Das Land begrenzt den Beitrag nach Berufsgruppe:

Wer kommt Höchster Kostenbeitrag je Einsatzstunde (2026)
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege (DGKP)44,97 €
Pflegefachassistenz40,98 €
Pflegeassistenz37,01 €
Fach- und Diplomsozialbetreuung, Schwerpunkt Altenarbeit37,01 €
Heimhilfe32,23 €
Mindestbeitrag, unabhängig von der Berufsgruppe15,65 €

Quelle: Land Niederösterreich, Mobile Pflege- und Betreuungsdienste. Werte für 2026, abgerufen am 29. August 2026; sie werden jährlich valorisiert. Für Einsatzstunden nachts sowie an Sonn- und Feiertagen kommt ein Zuschlag von 100 % dazu.

Nach oben ist der Beitrag gedeckelt

Niemand muss sich die Pflege vom Mund absparen. Der betreuten Person muss vom Einkommen monatlich mindestens der Ausgleichszulagenrichtsatz bleiben – 2026 sind das 1.229,89 Euro für Alleinstehende und 1.940,27 Euro für Ehepaare und Lebensgemeinschaften, jeweils netto. Zusätzlich bleibt ein Teil des Pflegegeldes für andere pflegebedingte Ausgaben.

Der NÖ Pflege- und Betreuungsscheck: 1.000 Euro im Jahr

Das ist die Landesleistung, die am häufigsten übersehen wird. Sie beträgt 1.000 Euro pro Kalenderjahr und muss jedes Jahr neu beantragt werden – für 2026 im Zeitraum 1. Jänner bis 31. Dezember 2026.

Anspruch haben pflegebedürftige Personen, die

  • ihren Hauptwohnsitz in Niederösterreich haben,
  • Pflegegeld ab Stufe 3 beziehen – oder ab Stufe 1, wenn eine ärztlich bestätigte Demenzerkrankung vorliegt,
  • zum berechtigten Personenkreis gehören (österreichische Staatsbürgerschaft, EWR-Bürgerschaft, Daueraufenthalt-EU und Gleichgestellte),
  • und die Beratung zum Thema Pflege und Betreuung im Zuge der Antragstellung in Anspruch genommen haben.

Beantragt wird online beim Land; wenn das nicht geht, telefonisch über die NÖ Pflege-Hotline unter 02742 / 9005-9095, Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr. Ausgezahlt wird ausschließlich auf ein Bankkonto.

Quelle: Land Niederösterreich, NÖ Pflege- und Betreuungsscheck. Abgerufen am 29. August 2026.

Pflegegeld kommt vom Bund, nicht vom Land

Die beiden werden oft verwechselt. Das Pflegegeld ist eine Bundesleistung, hängt allein vom Pflegebedarf in Stunden ab und ist unabhängig von Einkommen und Vermögen. Die Leistungen oben sind zusätzlich und kommen vom Land.

Welche Stufe realistisch ist, können Sie in wenigen Minuten selbst abschätzen – mit unserem Pflegegeld-Rechner, der mit den Zeitwerten der Einstufungsverordnung rechnet. Was tun, wenn der Antrag abgelehnt wurde, steht im Beitrag Pflegegeld abgelehnt – was tun.

Wo Pflegehafen selbst pflegt

Damit hier nichts Falsches steht: Wir versorgen den Bezirk Mödling. Dort kommt eine diplomierte Pflegekraft zu Ihnen nach Hause – für Wundversorgung, Medikamente, Injektionen, Körperpflege und die Entlastung pflegender Angehöriger.

Wohnen Sie weiter entfernt, sagen wir Ihnen das im Erstgespräch – und dazu, worauf Sie bei einem Anbieter vor Ort achten sollten. Das kostet nichts und dauert zehn Minuten.

Worauf Sie bei einem Pflegedienst achten sollten

Diese fünf Fragen klären das meiste, bevor jemand zum ersten Mal ins Haus kommt:

  • Wer kommt tatsächlich? Wundversorgung, Injektionen und Katheterpflege dürfen nur diplomierte Pflegekräfte übernehmen – eine Heimhilfe nicht.
  • Kommt immer dieselbe Person? Bei Demenz ist das kein Komfort, sondern die Voraussetzung dafür, dass Betreuung überhaupt funktioniert.
  • Wer kommt bei Urlaub oder Krankheit? Lassen Sie sich die Vertretungsregelung nennen, bevor Sie sie brauchen.
  • Wie wird dokumentiert, und sehen Angehörige das? Eine nachvollziehbare Dokumentation ist auch Ihr Schutz.
  • Was kostet es, und was übernimmt wer? Lassen Sie sich Kostenbeitrag, Förderung und Anfahrt getrennt aufschlüsseln.

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Häufige Fragen zur Pflege in Niederösterreich

Was kostet mobile Pflege in Niederösterreich?
Bei den geförderten mobilen Diensten zahlen Sie einen Kostenbeitrag aus Einkommensanteil (1,1 % der Bemessungsgrundlage) und Pflegegeldanteil (2026: 8,01 Euro je Einsatzstunde). Der Beitrag je Stunde ist gedeckelt – 2026 höchstens 44,97 Euro bei einer diplomierten Pflegekraft und 32,23 Euro bei einer Heimhilfe, mindestens aber 15,65 Euro. Nachts sowie an Sonn- und Feiertagen kommt ein Zuschlag von 100 % dazu.
Wie viel muss mir vom Einkommen bleiben?
Mindestens der Ausgleichszulagenrichtsatz: 2026 sind das 1.229,89 Euro netto für Alleinstehende und 1.940,27 Euro für Ehepaare und Lebensgemeinschaften. Zusätzlich bleibt Ihnen ein Teil des Pflegegeldes für andere pflegebedingte Ausgaben.
Was ist der NÖ Pflege- und Betreuungsscheck?
Eine Unterstützung des Landes Niederösterreich in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr. Voraussetzung sind Hauptwohnsitz in Niederösterreich, Pflegegeld ab Stufe 3 – oder ab Stufe 1 bei ärztlich bestätigter Demenz – und eine Beratung im Zuge der Antragstellung. Er muss jedes Jahr neu beantragt werden, online beim Land oder telefonisch über die NÖ Pflege-Hotline 02742/9005-9095.
Ist das Pflegegeld in Niederösterreich anders als im Rest von Österreich?
Nein. Das Pflegegeld ist eine Leistung des Bundes und in ganz Österreich gleich – es richtet sich allein nach dem Pflegebedarf in Stunden. Unterschiedlich sind die Landesleistungen wie der NÖ Pflege- und Betreuungsscheck und die Tarife der geförderten mobilen Dienste.
Kommt Pflegehafen in ganz Niederösterreich?
Nein. Wir versorgen den Bezirk Mödling. Wenn Sie weiter entfernt wohnen, beraten wir Sie trotzdem kostenlos – und sagen Ihnen, worauf Sie bei einem Anbieter vor Ort achten sollten.
Wer bezahlt eine 24-Stunden-Betreuung?
Für die 24-Stunden-Pflege gibt es eine eigene Förderung des Bundes – bis zu 800 Euro monatlich bei zwei selbstständigen und bis zu 1.600 Euro bei zwei unselbstständigen Betreuungskräften, ab Pflegegeldstufe 3 und bis 2.500 Euro Nettoeinkommen. In Niederösterreich kommt der Pflege- und Betreuungsscheck über 1.000 Euro im Jahr dazu. Alles Weitere steht auf der Seite zur 24-Stunden-Pflege.

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