Pflege nach dem Krankenhausaufenthalt: die Checkliste
GG
Gabriele Gasperi
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin · über 10 Jahre mobile Pflege ·
Profil
Kurz gesagt: Der kritische Moment ist nicht die Entlassung selbst, sondern die Woche davor. Wer das Entlassungsmanagement des Krankenhauses früh anspricht, den Pflegebedarf vorab klärt und den mobilen Dienst vor der Heimkehr kontaktiert, vermeidet die typische Lücke, in der niemand zuständig ist.
1. Entlassungsmanagement früh ansprechen
Österreichische Krankenhäuser haben ein Entlassungsmanagement beziehungsweise einen Sozialdienst. Diese Stelle plant den Übergang nach Hause: Sie informiert über mobile Dienste, Hilfsmittel und Anträge und stellt sicher, dass Befunde und Medikamentenpläne mitgegeben werden.
Sprechen Sie diese Stelle aktiv an, sobald ein Entlassungstermin absehbar ist – warten Sie nicht, bis jemand auf Sie zukommt. Fragen Sie konkret: Was wird zu Hause nötig sein? Wer kann das übernehmen?
2. Den tatsächlichen Bedarf klären
Diese Fragen sollten vor der Entlassung beantwortet sein:
- Gibt es eine Wunde, die versorgt werden muss? Wie oft?
- Wurden Medikamente umgestellt? Wer richtet sie?
- Sind Injektionen nötig, etwa Thromboseprophylaxe?
- Ist die Person mobil genug für Bad und Toilette?
- Wer kocht und kauft ein in den ersten Wochen?
- Sind Kontrolltermine vereinbart – und wer bringt die Person hin?
3. Mobile Pflege organisieren – vor der Entlassung
Der häufigste Fehler: Die Familie wartet mit der Suche, bis die Person zu Hause ist. Dann vergehen wertvolle Tage. Kontaktieren Sie einen mobilen Pflegedienst bereits, während der Aufenthalt noch läuft – dann kann die Versorgung nahtlos anschließen.
Bei Pflegehafen genügt eine kurze Anfrage mit dem voraussichtlichen Entlassungstermin. Wir melden uns innerhalb eines Werktags und klären, was wir ab wann übernehmen können.
4. Pflegegeld beantragen
Wenn absehbar ist, dass der Pflegebedarf länger als sechs Monate besteht, stellen Sie den Antrag auf Pflegegeld sofort. Es gebührt ab dem Monat nach der Antragstellung – jede Woche Verzögerung kostet bares Geld. Der Antrag kann auch von Angehörigen mit Vollmacht eingebracht werden.
5. Die Wohnung vorbereiten
- Stolperfallen entfernen: lose Teppiche, Kabel, Türschwellen.
- Beleuchtung verbessern, besonders auf dem Weg zur Toilette.
- Haltegriffe in Bad und WC anbringen.
- Hilfsmittel besorgen: Rollator, Duschhocker, erhöhter Toilettensitz – viele werden bezuschusst, fragen Sie im Krankenhaus danach.
- Wichtige Nummern gut sichtbar notieren: Hausarzt, Pflegedienst, Angehörige.
- Vorräte anlegen, damit in den ersten Tagen niemand einkaufen muss.
6. Die ersten Tage begleiten
Die erste Woche zu Hause entscheidet oft darüber, ob die Rückkehr gelingt oder ob es zu einer erneuten Einweisung kommt. Achten Sie besonders auf:
- Werden die Medikamente korrekt eingenommen?
- Wird ausreichend getrunken und gegessen?
- Verändert sich die Wunde – Rötung, Schwellung, Schmerz, Fieber?
- Gibt es Anzeichen von Verwirrtheit oder Erschöpfung?
Bei Warnzeichen wie Fieber, zunehmenden Schmerzen oder einer sich verschlechternden Wunde gilt: Lieber einmal zu früh den Hausarzt kontaktieren als einmal zu spät.
Entlassung steht an?
Wir betreuen Mödling und Umgebung und richten die Versorgung nach Möglichkeit so ein, dass sie ab dem Tag der Heimkehr steht. Anfrage und Erstgespräch sind kostenlos.