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Wundversorgung zu Hause: Was die Hauskrankenpflege übernimmt

Stand: August 2026 · Lesezeit ca. 4 Minuten

GG Gabriele Gasperi
Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin · über 10 Jahre mobile Pflege · Profil

Die Wundversorgung zu Hause übernimmt ein mobiler Pflegedienst nach ärztlicher Anordnung: Er beurteilt die Wunde, reinigt und verbindet sie, dokumentiert den Verlauf und meldet Veränderungen an die behandelnde Ärztin. Komplexe und chronische Wunden gehören in Österreich zum Aufgabenbereich diplomierter Gesundheits- und Krankenpflegepersonen. Bezahlt wird auf zwei Wegen: als medizinische Hauskrankenpflege über den Krankenversicherungsträger, wenn sie ärztlich verordnet und bewilligt ist, oder als mobile Pflege mit Selbstbehalt, für die das Land Niederösterreich Förderungen vorsieht und für die das Pflegegeld verwendet werden kann.

Eine Wunde, die zu Hause weiter versorgt werden muss, wirft zwei Fragen auf einmal auf: Wer kommt, und wer zahlt. Beides lässt sich in Österreich klären, und meist schneller, als es im ersten Moment aussieht. Wichtig ist, den richtigen Weg zu kennen, weil davon abhängt, wie die Versorgung abgerechnet wird.

Was Hauskrankenpflege bei einer Wunde übernimmt

Wundversorgung ist mehr als ein frischer Verband. Zu einem Besuch gehören mehrere Schritte, die zusammen darüber entscheiden, ob eine Wunde heilt:

Bei chronischen Wunden, die über Wochen bestehen, kommt die Suche nach der Ursache dazu. Ein offenes Bein bei einer Venenschwäche braucht eine andere Behandlung als eine Druckstelle am Steißbein. Ohne diesen Teil bleibt jeder Verbandwechsel Symptombehandlung.

Wer den Verband wechseln darf

Wundversorgung ist in Österreich keine beliebig übertragbare Tätigkeit. Das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuKG) ordnet die Aufgaben den Berufsgruppen zu. Die Einschätzung einer Wunde und das Management komplexer oder chronischer Wunden liegen bei diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen. Die Pflegefachassistenz darf den Verbandwechsel bei unkomplizierten Wunden nach Anordnung übernehmen. Welche Qualifikation was darf, steht ausführlich im Beitrag DGKP, Pflegeassistenz, Heimhilfe: Wer darf was.

Angehörige dürfen eine einfache Wundversorgung selbst übernehmen, wenn ihnen die Tätigkeit im Einzelfall übertragen und sie dafür angeleitet wurden. Das ist der Regelfall bei einer kleinen, sauber heilenden Operationswunde. Bei einer chronischen Wunde ist es in der Regel nicht sinnvoll, auch wenn es zunächst praktisch klingt.

Vor der Entlassung fragen: Lassen Sie sich im Spital sagen, wie die Wunde versorgt werden soll, wie oft, mit welchem Material und wer die Nachkontrolle macht. Diese vier Angaben ersparen zu Hause die meisten Rückfragen. Mehr dazu im Beitrag Pflege nach dem Krankenhausaufenthalt.

Wer die Wundversorgung zu Hause bezahlt

Hier trennen sich zwei Wege, die im Alltag oft verwechselt werden. Der eine läuft über die Krankenversicherung, der andere über die mobile Pflege als soziale Dienstleistung. Welcher Weg greift, hängt an der ärztlichen Verordnung und am Zweck des Einsatzes.

WegWie er funktioniert
Medizinische Hauskrankenpflege über die KrankenversicherungÄrztlich verordnet und vom Versicherungsträger, etwa der ÖGK, bewilligt. Gedacht für qualifizierte Pflegeleistungen, die einen Krankenhausaufenthalt ersetzen oder verkürzen, und zeitlich befristet. Körperpflege und Haushaltshilfe sind nicht umfasst.
Mobile Pflege als soziale DienstleistungDirekt bei einem Pflegedienst beauftragt, mit Selbstbehalt. In Niederösterreich fördert das Land mobile Dienste, häufig nach Einkommen gestaffelt.
PflegegeldZweckgewidmet, aber frei verwendbar. Es senkt den Eigenanteil, deckt die Kosten aber selten vollständig.
VerbandmaterialWird ärztlich verordnet und über die Apotheke bezogen, mit Rezeptgebühr. Für manche Produkte braucht es eine Bewilligung des Versicherungsträgers.

Wie sich die Kosten eines mobilen Dienstes zusammensetzen und welche Fragen Sie vor der Beauftragung stellen sollten, steht im Beitrag Was kostet mobile Pflege zu Hause. Die Höhe von Selbstbehalten und Landesförderungen ändert sich jährlich. Verlässliche Auskunft geben Ihr Versicherungsträger, die Sozialabteilung des Landes Niederösterreich über noe.gv.at und die Übersicht auf oesterreich.gv.at.

Welche Wunden zu Hause versorgt werden

Woran Sie erkennen, dass die Wunde ärztlich angesehen werden muss

Melden Sie sich bei der behandelnden Ärztin oder beim Pflegedienst, ohne den nächsten Termin abzuwarten, wenn Sie eines davon bemerken:

Nicht abwarten: Bei Fieber, rasch zunehmender Rötung oder plötzlicher Verwirrtheit gehört die Person am selben Tag ärztlich versorgt. Außerhalb der Ordinationszeiten hilft der Ärztefunkdienst, im Notfall die Rettung unter 144.

Was Sie zu Hause vorbereiten können

Wenn Sie im Bezirk Mödling Unterstützung brauchen

Wir sind ein mobiler Pflegedienst und übernehmen die Wundversorgung zu Hause, in Abstimmung mit der behandelnden Ärztin. Wie oft jemand kommen muss, zeigt sich meist erst beim ersten Blick auf die Wunde und auf die Situation in der Wohnung. Sie finden uns in Mödling und im umliegenden Bezirk. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Versorgung zu Hause tragfähig ist, können Sie uns unverbindlich anfragen. Das kostet nichts und verpflichtet zu nichts.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Behandlung und keine individuelle Beratung. Über die Therapie einer Wunde entscheidet die behandelnde Ärztin. Verbindliche Auskünfte zur Kostenübernahme geben Ihr Krankenversicherungsträger und die zuständigen Landesstellen. Rechtslage und Fördersätze können sich ändern.

Häufige Fragen zur Wundversorgung zu Hause

Wer wechselt den Verband zu Hause?
In der Regel ein mobiler Pflegedienst. Die Beurteilung einer Wunde und das Management komplexer oder chronischer Wunden liegen bei diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, den Verbandwechsel bei unkomplizierten Wunden darf nach Anordnung auch die Pflegefachassistenz übernehmen. Angehörige dürfen eine einfache Wundversorgung übernehmen, wenn sie ihnen im Einzelfall übertragen und sie angeleitet wurden.
Zahlt die Krankenversicherung die Wundversorgung zu Hause?
Es gibt zwei Wege. Die medizinische Hauskrankenpflege wird von der Ärztin verordnet und vom Krankenversicherungsträger, etwa der ÖGK, bewilligt. Sie ist zeitlich befristet und für qualifizierte Pflegeleistungen gedacht, die einen Krankenhausaufenthalt ersetzen oder verkürzen. Körperpflege und Haushaltshilfe sind nicht umfasst. Alles Übrige läuft über die mobile Pflege als soziale Dienstleistung mit Selbstbehalt, gefördert vom Land Niederösterreich und finanzierbar aus dem Pflegegeld.
Wie oft muss ein Verband gewechselt werden?
Das hängt von der Wunde und vom verwendeten Material ab und steht in der ärztlichen Anordnung. Manche Wunden brauchen täglich einen Wechsel, bei anderen bleibt ein Verband mehrere Tage liegen. Früher gewechselt wird, wenn der Verband durchnässt oder verrutscht ist oder Schmerz, Geruch und Rötung zunehmen. Ein Verband, der ohne Grund häufiger geöffnet wird, hilft der Heilung nicht.
Braucht man für die Wundversorgung zu Hause eine ärztliche Verordnung?
Für die Behandlung selbst und für das Verbandmaterial ja. Die Ärztin legt fest, wie die Wunde versorgt wird, und verordnet das Material, das Sie über die Apotheke beziehen. Für die medizinische Hauskrankenpflege über den Krankenversicherungsträger braucht es zusätzlich eine Bewilligung. Ein mobiler Pflegedienst als soziale Dienstleistung kann auch ohne Verordnung beauftragt werden, arbeitet bei der Wundbehandlung aber nach ärztlicher Anordnung.
Wann muss man mit einer Wunde sofort zum Arzt?
Bei Fieber oder Schüttelfrost, bei einer Rötung, die sich ausbreitet, bei starker Überwärmung der Haut, bei plötzlich viel oder eitrigem Sekret, bei üblem Geruch, bei neuen starken Schmerzen und bei plötzlicher Verwirrtheit. Das sind Zeichen einer möglichen Infektion und gehören am selben Tag angesehen. Außerhalb der Ordinationszeiten hilft der Ärztefunkdienst, im Notfall die Rettung unter 144.
Was kostet die Wundversorgung durch einen mobilen Pflegedienst?
Das hängt davon ab, wie oft jemand kommt, wie lange ein Besuch dauert und ob die Leistung über die medizinische Hauskrankenpflege des Krankenversicherungsträgers läuft oder als soziale Dienstleistung mit Selbstbehalt. In Niederösterreich fördert das Land mobile Dienste, meist nach Einkommen gestaffelt. Das Pflegegeld kann dafür verwendet werden. Lassen Sie sich Leistungen und Preise vor Beginn schriftlich geben.

Eine Wunde, die zu Hause versorgt werden muss?

Wir sind eine mobile Pflege im Bezirk Mödling und übernehmen die Wundversorgung in Abstimmung mit der behandelnden Ärztin. Im Erstgespräch sehen wir uns an, was tatsächlich gebraucht wird. Das kostet nichts und verpflichtet zu nichts.

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